Wie aus einem Bild eine Briefmarke wurde

Im letzten Sommer hatte ich die Qual der Wahl. Ich musste mich entscheiden. Wollte ich weit weg fahren und in in Tirol meinen Urlaub verbringen oder sollte ich lieber zu hause bleiben um hier wieder ein paar Fotos machen zu können? Ich hatte mich für die zweite Variante entschieden und ich glaub das hab ich bis heute nicht bereut.

Gleich an meinen ersten Urlaubstag war das Wetter ideal und so war es wieder einmal an der Zeit fotografieren zu gehen. Diesmal nahm ich einen Kumpel mit, der mich schon mehrmals gefragt hatte, ob er mal mit kann. Natürlich sagte ich da nicht nein. 4:15 Uhr trafen wir uns dann und er setzte sich sichtlich verschlafen in mein Auto. Ich sagte ihm schon heute wird es bestimmt gut werden, wir müssen aber erst einmal 8 km durch den Wald laufen ( 😀 natürlich hatte ich ihn nur veralbert).

Nach einem ca. 10 minütigen Marsch waren wir am Ziel angekommen und wir setzten uns einfach erst einmal hin und genossen die Ruhe. An diesem Ort war ich schon so oft und immer wieder ist es anders. Diesmal wollte ich die “Wehlnadel” im Hochformat aufnehmen. Das ist teilweise gar nicht so einfach. Die Wehlnadel ist ein etwa 10-12 m hoher Klettergipfel und man braucht schon etwas Weitwinkel um die Nadel ordentlich vor der Bastei abzubilden. Mit einem normalen Weitwinkel ist es aber leider etwas schwierig, da es auch zu unschönen Verzerrungen kommen kann. Auch muss man hier sehr auf die sogenannten “Stürzenden Linien” aufpassen, darum habe ich mich entschlossen das Bild mit meinem Tilt-Shift Objektiv zu fotografieren. Der größte Vorteil an diesem Objektiv ist, dass man den Bildausschnitt nach oben oder unten verschieben kann, ohne das man dabei die Kamera schwenken bzw. bewegen muss. So hat man mit stürzenden Linien keine Probleme mehr. Auch die Verzeichnungen sind an diesem Objektiv kaum da, da es eine 24 mm Festbrennweite ist.

Ich baute mein Stativ auf und bestimmte schon einmal grob den Bildausschnitt. Die Wehlnadel hatte ich etwas am Rand platziert, damit der Blick des Betrachters anschließend zur Bastei schweift. Im Hintergrund erkennt man dann noch einige Tafelberge unter anderen auch der Lilienstein.

So sah es kurz vor Sonnenaufgang aus. Dieses Bild machte ich mit meinem Handy. Für Facebook ist es immer mal gut, dass man auch mal solche sogenannten Making-Of Bilder hat, damit
auch der Betrachter mal sehen kann, wie das Bild entstand.

Foto 23.07.14 05 29 19

Dann kam aber zum Glück die Sonne noch heraus und strahlte die Felsen der Bastei wunderschön an natürlich musste ich da auch noch ein Handybild machen.So sah das Bild dann auf meinem Kameradisplay aus. Wie ihr seht ist das Bild auch fast gar nicht bearbeitet. Man muss eben nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein um solche Bilder machen zu können. Und hier ist nun das fertige Bild.

Die Wehlnadel im Sommerlicht 23.07.201 Wehlnadel Handy

 

Majestätisch steht dieses Felsengebilde vor der Bastei. Im Hintergrund erkennt man noch den Lilienstein und die Festung Königstein. Im Herbst gab es dann einen Wettbewerb der von PostModern organisiert wurde. Gesucht wurde ein Motiv für Briefmarken. Natürlich wollte ich auch daran teilnehmen und schickte (wahrscheinlich als einer der letzten) dieses Bild an die Marketingabteilung von PostModern. Es ist gar nicht so einfach, ein richtiges und vor allem geeignetes Motiv für eine Briefmarke zu finden. Ich habe mich für dieses hier entschieden, weil man hier viel sieht, es aber nicht zu überladen daherkommt. Hier hat der Bildaufbau auch eine große Rolle gespielt. Der Lilienstein, einer der bekanntesten Felsen, habe ich im Zentrum positioniert. Die Wehlnadel habe ich so platziert, dass sie kein (für mich wichtigen) Bildinhalt verdeckt. Der Vordergrund gibt dem Bild noch eine schöne tiefe. Ohne den Vordergrund würde die Wehlnadel einfach nur “platt” wirken.

Das Bild kam durch ein Zuschauervoting (vielen Dank noch einmal an alle die für mich gevotet haben) in die Endrunde. Hier entschied sich schließlich die Jury für 5 Bilder. Irgendwann im November oder Dezember bekam ich dann die Nachricht, dass ich mit gewonnen habe. Die Freude war riesig bei mir. Wenige Tage später kam dann auch der Gewinn. Ich hatte einen 500,00 Euro Gutschein gewonnen. Wenige Tage später ist dadurch mein Objektivpark gewachsen und ich bin nun hin und wieder mit einem Weitwinkel-Objektiv unterwegs.

Im Mai fand dann in der Zentrale von PostModern die feierliche Übergabe der Briefmarke statt. Anschließend bekamen wir noch eine kleine Werksführung.

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Da war ich doch wirklich stolz drauf. Zum Schluss kam dann noch das ein oder andere Gespräch zu Stande.

Hier möchte ich Euch noch eine kleine Sammlung von Bildern zeigen, die an der Wehlnadel aufgenommen worden sind.

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