Objektive in der Landschaftsfotografie

Teil 1: Teleobjektive 


Foto 29.05.16, 20 48 30

In meinem Fotorucksack habe ich meistens immer drei Arten von Objektiven mit dabei. Weitwinkelobjektive, Standardzoom-Objektive und Teleobjektive.

Der Einsatz dieser Objektive richtet sich immer nach dem jeweiligen Motiv bzw. den Effekt den man erreichen will.

 

Heute möchte ich Euch einen kleinen Einblick über die Objektive geben, ich fange mit dem Teleobjektiv an.

Mit meinen beiden Teleobjektiven decke ich einen Brennweitenbereich von 70 mm – 600 mm ab.Damit bin ich also ziemlich flexibel. Von vielen habe ich allerdings schon den folgenden Satz gehört, wenn es um lange Brennweiten geht.

„Teleobjektive eignen sich nicht in der Landschaftsfotografie, für diese Art der Fotografie braucht man Weitwinkelobjektive“

Im Prinzip stimmt das schon. Oftmals werden Weitwinkelobjektive eingesetzt. Das hat ja den Vorteil das man besonders viel Inhalt auf ein Bild draufbekommt. Das hat aber wiederum den Nachteil, dass man den Betrachter mit Reizen überflutet und ein eigentliches Bildmotiv nicht erkennbar ist.

Mit einem Teleobjektiv ist man zudem noch recht flexibel. Man kann es nämlich für viele Bereiche in der Fotografie einsetzen. Ich verwende für die Tierfotografie, die Personenfotografie sowie für die Landschaftsfotografie.

Zudem erreicht man mit einer langen Brennweite auch noch tolle Effekte, die ich euch nun vorstellen möchte.

Wann setze ich meine Teleobjektive ein?

Isolation von Bildobjekten

Ich verwende meine Teleobjektive unter anderen dafür, wenn ich Details aufnehmen möchte. Gerade wenn die Felsen wie kleine Türme aus dem Nebel ragen. Hier setze ich dann immer mein Teleobjektiv auf meine Kamera und bin erstaunt was dadurch für Bilder entstehen. Dieses Bild vom Talwächter (einen Kletterfelsen im Rathen) fotografierte ich im Oktober. Nur noch die Felsspitze sowie einige Bäume ragen aus dem Nebel empor. Andere Bildelemente, welche vom eigentlichen Bildmotiv ablenken (z.B. Häuser, Äste etc.) erkennt man auf dem Bild nicht. Die Sonne schien auch anschließend auf die Nebeldecke und das Bild bekam einen natürlichen sepiafarbenen Touch.

Ein Teleobjektiv ist also eine klasse Option, wenn man einzelne Bildinhalte isolieren möchte.

Bergsichten (18 von 46)

 

Hier habe ich noch einige Bilder, die ich mit diesem Objektiv aufgenommen habe. Bei dem dritten Bild (Kiefer) habe ich eine offene Blende verwendet. Durch die lange Brennweite und die offene Blende hebt sich der Baum wunderbar ab.

Kleine Objekte wirken riesig

Ein weiterer Effekt, den man sich mit diesen Objektiven zu Nutze machen kann, ist die Stauchung der Perspektive. Kleine Objekte wirken auf einmal riesig. Oft nutze ich das bei Sonnenauf- und Untergängen. Unser menschliches Auge sucht immer nach Bezugs- und Vergleichspunkten. Die Sonne wirkt für das menschliche Auge klein. Zoomt man jetzt aber an die auf- oder untergehende Sonne und setzt davor noch einen Felsen, einen Baum oder ein kleines Dorf, so wirkt alles riesig.

WICHTIG: Diesen Effekt setze ich nur ein, wenn die Sonne ganz nah am Horizont ist und noch keine große Leuchtkraft besitzt, anderenfalls riskiere ich, dass meine Kamera oder im schlimmsten Fall mein Auge geschädigt wird.

Wie ich schon erwähnt habe, wird der Effekt noch verstärkt wenn ihr dem Auge vertraute Objektive mit in das Bild packt. Das können Häuser, Felsen oder Bäume sein.

  • Before-Vergleich
    After-Vergleich
    WeitwinkelVergleichTele

Hier seht ihr noch den Effekt den man damit erzielen kann. Das linke Bild wurde mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen und bei dem rechten Bild verwendete ich das Teleobjektiv. Ich mag diesen Effekt und das Bild bekommt noch eine tolle Stimmung. Viele denken die Sonne wäre rein montiert, aber nein so etwas bekommt man mit Teleobjektiven hin.

Hier sind noch einige Beispiele. Setzt also einfach Felsen oder andere Objektive mit in das Bild hinein und ihr werdet staunen wie diese Bilder aussehen.

Stauchung von Ebenen

Das ganze hat nichts mit Photoshop zu tun, sondern der Effekt ist ähnlich wie bei dem vorherigen Effekt (mit der Sonne und mit dem Mond). Mit Hilfe eines Teleobjektives rücken die Ebenen näher an einander. So erzielt man auch immer wieder schöne Effekte. Weit entfernte Objekte wirken dann garnicht mehr so nah. Das beste Beispiel hier für ist ein Basteinpanorama, welches ich mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen habe. Das ganze ist ein Panoramabild aus ca. 7 Aufnahmen.

Stitched Panorama

Hier habe ich aber dann mal mein Teleobjektiv rausgeholt und dabei ist ist dieses Bild von der Bastei entstanden. Es scheint so, als wäre die Festung Königstein gleich dahinter. Aber dazwischen ist ja ganz schön viel Luft. Aber durch die Perspektive sieht es anders aus.

1-12-von-46

 

Hier habe ich noch ein paar Beispiele mit hochgeladen, wo man diesen Effekt gut erkennen kann. Fast alle Bilder sind bei 200-300 mm entstanden.

Fazit

Wie ihr seht verwende ich diese Objektive ziemlich oft. Bei mir kommen zwei Teleobjektive zur Anwendung. Mein Tamron 70-200 mm ist immer in meinem Rucksack. Es besitzt einen Bildstabilisator, ein Gewinde für Filter und es ist noch ziemlich lichtstark. Ich kann dieses Objektiv also uneingeschränkt empfehlen. Tamron baut wirklich richtig gute Objektive, welche sich vor Nikon bzw. Canon kaum verstecken müssen. Zudem bietet Tamron noch eine 5-jährige Garantie an. Das Objektiv könnt ihr bei Bedarf hier kaufen. Ich bekomme da sogar einen kleinen Anteil am Verkauf. Euch kostet es aber keinen Cent mehr.

Dann setzte ich noch das Tamron 150-600 mm ein. Dieses tolle Objektiv ist auch oft in meiner Fototasche. Leider ist es groß und schwer und auch Filter lassen sich kaum aufsetzen. Dafür ist der Brennweiten Bereich gigantisch. Dieses Objektiv eignet sich natürlich auch sehr gut für die Tierfotografie. Es hat einen eingebauten Bildstabilisator, man sollte das Objektiv aber dennoch mit einem Stativ verwenden. Das Objektiv findet ihr hier.

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