Morgen und Abends auf dem Gohrisch

Es ist wieder eine dieser Nächte wo man nicht richtig schlafen kann und immer wieder auf die Uhr und aus dem Fenster schaut. Das liegt aber nicht daran, dass man eine Störung des Schlafes hat, sondern viel mehr daran, dass man sich freut – freut auf den kommenden Sonnenaufgang.

Schon am Abend zuvor habe ich meine Kameratasche gepackt, denn bei mir ist es leider schon oft vorgekommen, dass ich irgendetwas Wichtiges vergesse. Ein Objektiv was man zu Hause vergisst, kann man ja immer noch verkraften, aber ein Akku oder eine Speicherkarte oder gar ein Stativ sind fast nicht zu ersetzen. Nachdem mir so etwas aber mal passiert ist, achte ich eben jetzt ganz genau darauf eben nichts zu vergessen.

Als ich dann alles gepackt und in meinem Rucksack verstaut hatte, legte ich mich ins Bett und spielte noch am Handy herum. Auf meiner Kamera-App suchte ich mir einen schönen Standpunkt für einen Sonnenaufgang aus. Die Wahl fiel letztendlich auf dem Gohrisch.

Der Gohrisch ist ein Tafelberg auf der rechts elbischen Seite der Sächsischen Schweiz. Von hier aus hat man einen wunderschönen Überblick auf das gesamte Elbtal. Auch die Sonne kann man hier in der ganzen Pracht fotografieren, denn dieser wird nicht durch irgendwelche Felsen oder Berge verdeckt.

Der Gohrisch ist der mittlere Tafelberg
(zweiter von links)

Blick vom Gohrisch
zum Pfaffenstein

Ein Gewitter zieht auf
(Blick von der Wetterfahnenaussicht

Als letzten Akt des Tages verabredete ich mich dann mit Julia Dornbusch, welche zurzeit ihren Urlaub im schönen Elbsandsteingebirge verbringt. Anschließend löschte ich das Licht und schlief unruhig ein.

Nach einer gefühlten Ewigkeit war es endlich soweit und die Nacht war vorbei. Naja gut ganz vorbei war sie nicht, der Wecker zeigte jedenfalls eine Uhrzeit von 04:07 Uhr an. Ich schälte mich so langsam aus dem Bett heraus. Meine Freundin ließ ich noch in Ruhe ausschlafen, sagte ihr aber dass ich jetzt losmachen werde. Innerlich sagte ich mir „Hoffentlich habe ich nichts vergessen“und dann bin ich losgefahren.

Ich stieg ins Auto und fuhr los, nach 2 Minuten habe ich dann doch gemerkt, dass ich etwas vergessen hatte. Ich Schussel hatte meinen doch so wichtigen Kabelauslöser für die Kamera vergessen, naja gut da musste ich noch einmal umdrehen. Mit einer kleinen Verspätung ging es dann aber endlich los und ich konnte Julia kurz vor 5:30 Uhr auf dem Gohrisch Parkplatz begrüßen.

Willst du wissen, was Schönheit ist, so gehe in die Natur da findest du Sie

– Albrecht Dürer – 

Leider hatte Julia auch etwas vergessen und sah nicht gerade glücklich aus. Für den Rückweg würde sie aber zu lang brauchen also kam sie trotzdem mit. Genau dieselbe Situation hatte ich aber auch schon einmal erlebt, das war wirklich ärgerlich, aber aus solchen Erfahrungen lernt man.

Dann ging es los. Eine Weile liefen wir durch den Wald. Die Luft war an diesem Tag unheimlich frisch, da der Himmel auch kaum bewölkt war. Der kurze Weg nach oben, der aber teilweise etwas steil ist, war für mich nicht mehr so anstrengend wie vorher, denn ich betreibe nun schon seit Anfang des Jahres wieder Laufsport und da konnte ich wieder meine Kondition verbessern. Mein Kamerarucksack wiegt nun mit dem gesamten Inhalt meines Equipments (Kamera, Teleobjektiv, Weitwinkelobjektiv, Nodalpunktadapter, Getriebeneiger, Filter, Stativ, etc.)  um die 20 kg und da merkt man die Verbesserung der Kondition schon ein wenig.

Als wir dann endlich oben waren machten wir erst einmal am Aussichtspavillon des Gohrischs einen kurzen Halt um zu schauen wie es auf der Ostseite aussah. Es war grandios, es lag Nebel im Elbtal und auch die Wolken waren sehr schön anzusehen.

Ich baute meine Kamera auf und richtete diese nach Osten auf dem Papststein auf. Diesmal verwendete ich einen Panorama-Adapter von Novoflex, da ich ein Panorama aufnehmen wollte. Der Himmel färbte sich immer weiter und dann war es endlich soweit. Die Sonne stieg langsam empor. Ein Moment der immer wieder schön ist, manchmal kann man solche Momente gar nicht mit Worten beschreiben umso schöner das man diese aber fotografisch festhalten kann, so erinnert man sich immer wieder daran.

Die Sonne stieg immer höher und das Licht wurde immer härter. Jetzt war die Zeit gekommen zusammenzupacken. Ich wollte gerade zurückgehen und dann traf ich noch einen alten Bekannten. Uwe Günther (Sandsteinen Photography) hatte ebenfalls den Sonnenaufgang von einer anderen Stelle aus fotografiert. Schnell tauschten wir uns aus, keiner von uns hatte solch einen schönen Morgen erwartet.

Als wir dann fertig waren und an unseren Autos standen verabschiedeten wir uns und jeder fuhr in eine andere Richtung. Als ich dann nach Hause fuhr, erwartete mich meine Freundin bereits mit einem leckeren Frühstück.

Nach dem ausgiebigen Frühstück legte ich mich dann aber noch einmal ins Bett um meinen Schlaf nachzuholen.

Meiner Freundin, welche ich ebenfalls für das Fotografieren begeistern konnte, wollte ich an diesem Tag einen schönen Sonnenuntergang zeigen und, und so ging es eben noch einmal zum Gohrisch.

Diesmal musste ich auch keine Tasche packen, denn ich hatte mir ja schon am Morgen alles zusammengesucht, lediglich eine Taschenlampe steckte ich noch in meinen Rucksack.  Das einzige was ich aber auf keinen Fall vergessen durfte war meine Freundin :D.

Nun stand ich, nachdem ich bereits 11 Stunden zuvor schon einmal da stand, wieder auf dem Gohrisch Parkplatz. Während ich aber noch mein Stativ am Rucksack befestigte und meine Wanderschuhe schnürte, lief Jana schon los. Aber kurze Zeit später hatte ich sie wieder eingeholt und es ging zusammen auf den Gipfel.

Nun war aber deutlich mehr los auf dem Gipfel. Uns kamen Kletterer und Wanderer entgegen, alle nutzten dieses schöne Wetter am Sonntag aus und es war wirklich sehr schön. Die Sonne legte alles in ein goldenes Licht, am Himmel sah man sogar einen Heißluftballon der über das Elbtal flog.

Jana und ich packten wieder unsere Kameras aus und gemeinsam genossen wir diese schöne Stimmung. Doch einen schönen klaren Sonnenuntergang gab es heute nicht, die Sonne verschwand leider hinter unschönen Schleierwolken. Nun sagte ich, dass wir langsam einpacken können „Hier passiert eh nichts mehr“ und kurze Zeit später waren Kameras und Objektive im Rucksack verstaut, sodass es wieder heimgehen konnte.

Das war das Bild was Jana vom Sonnenuntergang gemacht hatte, es ist sehr gelungen.

Aber was war das? Der Himmel färbte sich noch einmal in einen wunderschönen rosa Farbton und da musste ich natürlich die Kamera noch einmal auspacken und diesen Moment festhalten. Aber danach ging es zum Auto, denn mein Magen knurrte schon wie verrückt.

Anschließend fuhren wir noch in die Blaue Lagune und aßen gemeinsam eine leckere Bockwurst und anschließend ging es wieder nach Hause.

Es war ein wunderschöner Tag, den wir zusammen verbracht haben.

Danke an Jana für diesen schönen Tagesabschluss :-* und natürlich auch an Julia und Uwe für den gemeinsamen Morgen am Gohrisch.

Ich hoffe der Blogeintrag hat euch gefallen, ich würde mich natürlich auch um Kommentare freuen 🙂

4 thoughts on “Morgen und Abends auf dem Gohrisch

  1. Hallo Rico,
    wir werden in der nächsten Woche im Elbsandstein sein, um dort Urlaub zu machen. Deine Seite ist sehr schön und enthält einige sehr schöne Fotos. Das hat mich sehr motiviert, auch mal früher aufzustehen und einige Bilder vom Sonnenaufgang zu versuchen.

    Liebe Grüße aus Krefeld,
    Sebastian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.