Ein ganz normaler Morgen

Am Wochenende ausschlafen? Nicht bei mir, denn dafür sind mir die frühen Stunden im Herbst viel zu kostbar. Aber manchmal ist es das gar nicht so einfach, viel lieber würde man sich ja doch noch einmal umdrehen wollen. Aber spätestens wenn man dann am Morgen munter wird, wird man sich dann darüber ärgern.

So klingelte auch an diesem Wochenende mein Wecker wieder ziemlich früh – so früh, dass draußen noch nicht einmal ein Hahn krähte.

03:30 Uhr klingelte bereits mein Wecker

Schnell aber immer noch leise, da neben mir ja noch jemand träumte, ging ich ins Bad und wusch mein Gesicht erst einmal mit kalten Wasser ab, jetzt war ich putzmunter.

Ich schaute noch einmal in meinen Kamerarucksack nach, ob ich auch alles eingepackt hatte. Nach einem kurzen Check konnte ich mein Gewissen besänftigen, alles war an seinem Platz. Sogar die Katze bescheinigte mir das.

Nun zog ich mich noch schön warm,  an und verabschiedete mich noch einmal bei meiner Freundin. Sie durfte nun noch ein wenig schlafen. Kurze  Zeit später trampelte ich aber doch noch einmal ins Schlafzimmer und holte fix noch das „wichtigste“. Meine Brille, denn ohne diese bin ich blind wie ein Maulwurf.

Nun stieg ich ins Auto, die Vorfreude wurde immer größer und nun hörte man auch den Hahn krähen. Ich fuhr mit meinem Auto durch den Tiefen Grund, ein langes Tal welches Hohnstein und Porschdorf miteinander verbindet. Das ist übrigens ein richtiges Kälteloch, im Winter zeigte mir hier mein Thermometer mal -17 Grad an. So kalt war es heute aber nicht, es waren 5 Grad und damit war es kalt genug, dass sich Nebel bildete.

4:30 Uhr erwarte mich Matthias bereits in Bad Schandau und kurze Zeit später saß ich in seinem Auto und wir fuhren Richtung Schmilka und bogen auf einem Wanderparkplatz ab.

Dann ging es los, die ersten Meter liefen wir auf einem Forstweg doch dann bogen wir auf den Aspenbloß ab. „Wenn nur diese blöde Lauferei nicht wäre“, flüstere mir Matthias im Schein seiner Stirnlampe zu. Ja Matthias hatte Recht, diese „Strapazen“ die wir in aller „Hergottsfrühe“ auf uns nehmen sind schon manchmal ganz schön anstrengend.

Aber gerade das ist, wie ich finde das Schöne daran. Man nimmt die Natur dann viel intensiver wahr und achtet auf Dinge die einem am Tag vielleicht nicht so auffallen. Zu zweit kann man sich auch immer schön unterhalten und die Zeit vergeht dann wie im Flug. Nach gefühlten 10 Minuten (in Wirklichkeit waren es 30 Minuten) waren wir am Elbleitenweg, von hier aus waren es nur noch ca. 15 Minuten bis zur „Breiten Kluft“. Kurz nach halb 6 waren wir dann an unserem Ziel angekommen.

Es war ein Traum, die Sterne funkelten über uns und der Mond beleuchtete die Felsen. Es sah atemberaubend aus. Von weiten hörte man vereinzelt Tierstimmen. Solch eine Stimmung lässt sich weder mit Worten noch mit Bildern wiedergeben, so etwas muss man einfach erleben.

Heute teilten wir uns auf. Matthias ging auf ein Felsriff, nahe der „Breiten Kluft“ ich aber zog mich etwas zurück und musste noch ein wenig laufen. Meine Kamera war dann aber doch schnell aufgebaut und ich nahm die ersten Einstellungen vor. Weiter entfernt sah ich immer die Stirnlampe von Matthias die sich von einem Punkt zum anderen bewegte, wahrscheinlich machte Matthias gerade ein paar Aufnahmen von sich.

Das gleiche machte ich dann auch von mir, ich musste eben nur aufpassen, dass man nicht ins Leere tritt, aber der Mond schien so hell, dass das kaum ein Problem war.

Langsam kam der Moment wo die Sonne über den Horizont drang und plötzlich wurden die Wälder, die Berge und die Nebelbänke in ein wunderschönes, warmes Licht gehüllt. Meine Kameras klickten jetzt im Takt. Mit einer nahm ich Einzelbilder auf, die andere benutzte ich für einen Zeitraffer.

Als die Sonne nun so hoch stand, dass das Licht schon fast hart war, stand Matthias neben mir. Gemeinsam genossen wir noch die Stille und dann machten wir uns auf den Weg nach unten, wo schon das Frühstück in Form einer Fleischpeitsche auf uns wartete.

Zuhause empfing mich dann noch die liebe Jana, welche noch eine Rose von mir bekam.

So hatten alle etwas von diesen schönen Morgen im September.

One thought on “Ein ganz normaler Morgen

  1. Moin Rico! Früher hieß das doch mal Senfpeitsche. Tststs … ;-))) Ansonsten: Feine Bilder wie immer, ich hoffe wir sehen uns mal wieder!
    Viele Grüße, Jürgen

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